In meinem Leben passiert gerade nicht viel. Was gut und schlecht ist. Ich nehme mir Zeit zu beobachten, lasse mich in meinen Meinungen verunsichern, wandere in Debatten umher und schaue darauf, wie sie geführt werden.

Wo wir gerade über Sprache reden: Die Böll-Stiftung hat eine Studie  in Auftrag gegeben. Die Nautilus Politikberatung legte dieser Tage das Ergebnis vor: eine sprachbasierte Lageanalyse „Diskurs mit den Piraten„, die den Wort- und Sprachgebrauch in der internen und programmatischen Kommunikation der Piratenpartei auswertet und Empfehlungen für eine grüne Diskursstrategie gibt. Ich erlaube mir, hier nur die bunte Tagcloud der meist verwendeten Begriffe auf Seite 10 der Zusammenfassung anzuschauen: Konzept, Idee, System, Pirat natürlich, Euro und Meinung sind prominent repräsentiert. Das Schlagwort Frau taucht einmal verschwindend klein auf, nirgendwo Emanzipation, Gleichstellung, Geschlechtergerechtigkeit oder Teilhabe. Auch Genderpolitik – nichts, gar nichts. Da staunst du nicht, um mit dem Brenner zu sprechen, sprich Neo-Liberalismus.
Dabei haben einige Piratinnen letzte Woche eine politisch wie medial außerordentlich gelungene Aktion initiiert und durchgezogen. tits4humanrights hat es nicht nur erreicht, mediale Aufmerksamkeit für den Protest der geflüchteten Menschen am Brandenburger Tor zu erzeugen, sondern zugleich die sexistische Haltung und Sensationsgier der Presse in einer lässigen Volte vorzuführen.